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Feuerwehr-Drama in Sinzing: Einsatzleiter „hat Verantwortung übernommen“
25.05.2023 | Stand 26.05.2023
André Baumgarten

Für die Ehrenamtlichen war es eine lange Zeit der Ungewissheit – nach dem tödlichem Drehleiter-Unfall in Sinzing im Landkreis Regensburg hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Nur der Einsatzleiter zahlt dafür eine hohe Geldauflage.

Wegen fahrlässiger Tötung hatte die Regensburger Staatsanwaltschaft nach einem Drehleiter-Unfall in Sinzing ermittelt – nun ist das Verfahren gegen acht Feuerwehrleute aus der Region eingestellt worden. Der damalige Einsatzleiter aus Lappersdorf und das Amtsgericht haben laut Staatsanwaltschaft einer fünfstelligen Geldauflage zugestimmt. „Ich halte das Ergebnis für sachgerecht“, sagte Strafverteidiger Jörg Meyer, der den Beschuldigten vertrat.

Hintergrund monatelanger Ermittlungen war ein Feuerwehreinsatz in Riegling: Dorthin wurden Ehrenamtliche am 29. Juli alarmiert – nicht das erste Mal. Mehrfach musste die Feuerwehr eine 75-Jährige aus dem Obergeschoss eines Wohnhauses retten, weil sie ins Krankenhaus sollte. An jenem Freitagabend jedoch endete der Einsatz tragisch. Die Frau rutschte aus der Spezialtrage, die an der Drehleiter befestigt war, und stürzte rund fünf Meter in die Tiefe – die Seniorin verstarb.

Patientin lag falsch herum in der Trage

Im Zuge der Ermittlungen, wie es zum Tod der 75-Jährigen kommen konnte, standen acht Feuerwehrleute aus Kleinprüfening und Lappersdorf im Fokus. Nach Hausdurchsuchungen im Januar und der Auswertung aller Beweise steht nun fest: Die Patientin lag falsch in der Trage, wie Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher gestern mitteilte. Die Frau sei demnach mit dem Kopf am Fußteil der Trage positioniert worden, weshalb sie „aus der Trage glitt und zu Tode stürzte“. Das ergab laut aktueller Pressemitteilung ein Gutachten und die umfassende Vernehmung des Einsatzleiters.

Der will sich selbst nicht äußern, wie Anwalt Meyer betonte. Die Einstellung des Verfahrens basiere jedoch auf einer Einigung. Sein Mandant habe als Leiter des Einsatzes „damit letztlich die Verantwortung übernommen“. Laut Staatsanwaltschaft wurde „erheblich zu Gunsten des Beschuldigten berücksichtigt, dass dieser in Ausübung eines Ehrenamtes tätig wurde“. Das Verfahren gegen fünf weitere Feuerwehrleute wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt. Bei den weiteren zwei Aktiven war keinerlei Verschulden nachweisbar.

Kreisbrandrat Scheuerer spricht von Unverständnis

Vor allem die Hausdurchsuchungen hatten unter den Rettern für Empörung gesorgt: „Das sorgte für großes Unverständnis im Ehrenamt“, erklärte Kreisbrandrat Wolfgang Scheuerer. „Es war immer klar, dass eine Aufklärung stattfinden muss.“ Niemand habe erwartet, dass da „was vertuscht wird, nur weil es Ehrenamtliche waren“. Daher seien die Unterlagen schon früh gesammelt und bereitgelegt worden. Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens begrüße er daher. Auch Lappersdorfs Bürgermeister Christian Hauer zeigte sich erleichtert: „Ich bin froh, dass das Verfahren eingestellt ist.“ Das Ganze sei für alle eine große Belastung gewesen.

Auswirkungen auf das Engagement im Ehrenamt fürchtet Kreisbrandrat Scheuerer nicht. Man habe damals viele Gespräche geführt. Geholfen habe dabei auch der direkte Austausch mit der Regensburger Staatsanwaltschaft. „Wir haben das alles einfangen können“, sagte der Landkreisfeuerwehr-Chef. Fakt sei aber: Man treffe in Sekunden überlebenswichtige Entscheidungen – „und sieht erst danach, ob es richtig war“.

Quelle: PNP

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